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Das Verkehrssystem von Beijing


Inhalt

Einleitung

Orientierung und Adressen

Die Gefahren des Straßenverkehrs

Zu Fuß und mit dem Fahrrad

Taxen und Rikschas

U-Bahn und Hochbahn

Busse und Busfahrpläne

Flughafen

Auswahl wichtiger Bus- und Bahnhaltestellen


Einleitung

Chaos pur - das zumindest dürfte der erste Eindruck der meisten Besucher Beijings sein, wenn sie mit dem dortigen Verkehr konfrontiert werden. Dieser Eindruck täuscht zwar nicht, doch das Beijinger Verkehrssystem wird beständig ausgebaut und verbessert und ist im chinesischen Vergleich schon ziemlich gut. Dennoch, wenn etwas in Beijing für Ausländer gefährlich ist, dann mit Sicherheit zuallererst der Verkehr. Von den Risiken des Straßenverkehrs einmal ganz abgesehen, stellt sich zunächst einmal die ganz banale Frage: Wie komme ich von A nach B, ohne dabei verloren zu gehen? Auch wer über keine Chinesisch-Kenntnisse verfügt, sollte die Benutzung anderer Verkehrsmittel als dem Taxi in Erwägung ziehen. Das ist nicht nur deutlich billiger, es bringt einen auch gleich dem Alltagsleben der Chinesen um einiges näher. Doch wie funktioniert das Verkehrssystem von Beijing eigentlich genau? Der folgende Artikel soll dazu einen Überblick verschaffen.

Zum Vergrößern bitte anklicken!   Karte vom Stadtgebiet Beijings. Quelle: Johomaps.com

Orientierung und Adressen

Wer gerade Beijing angekommen ist, wird sich kaum vorstellen können, sich hier jemals problemlos orientieren zu können. Doch schon ein kurzer Blick auf den Stadtplan verrät den recht geordneten Aufbau der Hauptstadt. Derzeit gibt es sechs große Ringstraßen, die sehr gute Orientierungspunkte darstellen. Breite Hauptstraßen durchziehen die Stadt wie ein quadratisches Gitternetz und erleichtern die Orientierung ebenfalls enorm. Wer sich zudem mit dem sehr einfach aufgebauten U-Bahnnetz und den wichtigsten Stationen vertraut macht, kann in Beijing eigentlich gar nicht mehr verloren gehen, es sei denn, es verschlägt einen in die sich jeder Ordnung widersetzenden Randbezirke der Stadt. Die alten Gassenviertel, die Hutongs (胡同) verwirren außerdem durch ihren labyrinthartigen Aufbau, doch macht es hier sogar noch Spaß, sich zu verlaufen. Es empfiehlt sich, sich nach Ankunft in der Stadt schnell mit den Himmelsrichtungen vertraut zu machen, diese werden nicht nur häufig bei Straßennamen und bei Bezeichnungen für Haltestellen verwendet, sondern dienen den Beijingern auch als Mittel zur Wegbeschreibung. Natürlich hat kaum jemand in der Stadt einen Kompass dabei, aber durch Zuhilfenahme einiger Bezugspunkte sollte es dennoch möglich sein, die Himmelsrichtungen fast überall richtig zu bestimmen. Idealerweise (denn der Lage der beiden folgenden Orte ist man sich meistens bewusst) stellt man dazu die Lage des inmitten des Stadtzentrums gelegenen Tiananmen-Platzes (天安门) und der Verbotenen Stadt (故宫) relativ zur eigenen Position fest. Ansonsten wissen die Chinesen mit ziemlicher Sicherheit Rat. Chinesische Autofahrer haben zuweilen sogar einen Kompass im Auto.

Chinesische Adressangaben folgen in der Regel einer anderen Reihenfolge als in Deutschland üblich: Stadt, Straße, Hausnummer anstelle von Straße, Hausnummer, Stadt. Die kleinere Einheit folgt also der größeren und nicht umgekehrt. Oft reicht die Straßenangabe alleine aber nicht aus, zumindest in Beijing kommen meist noch Angaben zu Distrikt und Viertel dazu, ansonsten wird es beispieslweise für Taxifahrer recht schwer, an den gewünschten Ort zu gelangen, wobei wiederum die Namen der vielen kleinen Viertel nicht notwendigerweise jedem bekannt sind.

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Die Gefahren des Straßenverkehrs

Die Verkehrsregel Nummer Eins für Fußgänger in China lautet: Autos haben immer Vorfahrt. Zumindest scheinen das die allermeisten Autofahrer zu glauben, sie halten sich schon durch den bloßen Besitz eines Autos für überlegen und wichtig. Für Fußgänger und eigentlich auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer hat das ernste Konsequenzen, wohl in keinem anderen Land der Welt liegt die Zahl der Verkehrsunfälle höher als in China. Zwar verfügt China durchaus über ein relativ modernes Verkehrsrecht, doch bei der Umsetzung des recht jungen Gesetzes hapert es noch gewaltig. Wo immer es möglich ist, sollten daher Unterführungen und Brücken genutzt werden, doch Vorsicht, schnell fahrende Fahrräder oder gar Motorräder können einem hier immer noch begegnen. Ampeln bedeuten ebenfalls keine absolute Sicherheit, es wird gerne mal über Rot gefahren und Radfahrer schlängeln sich immer wieder hindurch, Rechtsabbieger nehmen wie gehabt keinerlei Rücksicht und hupen die Ampelgänger sogar gereizt an. Zebrastreifen gibt es zwar überall, sind aber völlig bedeutungslos. Sie stellen bloß einen vorsichtigen Hinweis darauf dar, dass es sich hier möglicherweise um eine gut zu passierende Stelle handelt, mehr nicht. Besonders im Innenstadtbereich gibt es Verkehrspolizisten, die an kritischen Kreuzungen die Fußgänger sicher hinüber leiten sollen, doch wirklich verlassen sollte man sich auch auf sie nicht. Der sicherste Weg besteht darin, im Verbund mit vielen Chinesen die Straße zu überqueren, da in diesem Fall die Autofahrer mehr oder weniger machtlos sind. Da in Beijing aber sehr viele Menschen vom Land unterwegs sind, die möglicherweise zum ersten Mal in ihrem Leben den Großstadtverkehr erleben, ist auf die Verkehrssicherheit der Chinesen nicht immer Verlass. Das alles mag sich furchtbar anhören, doch wer sich mit der nötigen Vorsicht und Ruhe durch den Verkehr bewegt, hat eigentlich nicht viel zu befürchten. Glücklicherweise sind die Straßen zudem meist so überfüllt, dass Raser gar keine Chance haben.

Eine weitere Gefahr, die sich zumindest indirekt aus dem Straßenverkehr ergibt und vor der es leider keinen echten Schutz gibt, ist der allgegenwärtige Smog. Erkrankungen der Atemwege dürften in China mit zu den häufigsten Todesursachen gehören. Kein Wunder, dass so manch einer nur noch mit der Atemmaske nach draußen geht. Oft ist die Dunstschicht über der Stadt dermaßen dicht, dass sich nicht zwischen Sonne und Mond unterscheiden lässt. Dennoch hat sich die Luftqualität in den letzten Jahren offenbar deutlich verbessert und es gibt zuweilen wochenlang blauen Himmel zu sehen, was jedoch auch teilweise jahreszeitlich bedingt sein mag.

Links:

Danwei.org - Crime Statistics. Neben Daten zu Verbrechen in China, finden sich hier auch einige Angaben zur Zahl der Verkehrsunfälle. (Englisch)

Wikipedia - Road Traffic Safety Law of China. Wikipedia-Seite zum offiziellen Verkehrsrecht in China. (Englisch)

Wikipedia - Rules of the road in China. Wikipedia-Seite zum inoffiziellen Verkehrsrecht in China. (Englisch)

BBC News - China's environmental challenge. Artikel zur chinesischen Umweltproblematik. (Englisch)

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Zu Fuß und mit dem Fahrrad

Angesichts der Größe der Stadt wäre es ein sinnloses Unterfangen, sich in Beijing zu Fuß von A nach B aufzumachen. Darüber hinaus ist Beijing keine sonderlich Fußgänger-freundliche Stadt, nicht nur wegen des mörderischen Straßenverkehrs, sondern auch, weil es oft an geeigneten Wegen, Brücken oder Unterführungen fehlt. Im Vergleich zu anderen chinesischen Städten ist Beijing zwar immer noch vorbildlich, doch haben andere Städte auch nicht unbedingt so ein großes Verkehrsaufkommen. Spazierengehen kann aber auch in Beijing Spaß machen, besonders in den traditionellen und angenehm verkehrsarmen Gassenvierteln Beijings, den Hutongs (胡同). Auch liegen viele Sehenswürdigkeiten sehr nahe beinander und laden daher geradezu zu einem kleinem Rundgang ein.

Alternativ dazu bietet sich das Fahrrad als Transportmittel an, mit dem dann auch größere Strecken zurücklegbar sind, doch sollten dabei die Entfernungen in Beijing weiterhin nicht unterschätzt werden. In der Regel können Fahrräder auch nicht per Bus und Bahn transportiert werden. Dafür müssen sich Fahrradfahrer nicht mit den chronischen Verkehrsstaus herumschlagen und können, eine entsprechende Ortskenntnis vorausgesetzt, viele Wege deutlich abkürzen. Ein guter Orientierungssinn und große Sicherheit beim Fahren sind dabei für jede Fahrradtour in Beijing unabdingbar. Von diesen Einschränkungen abgesehen ist Beijing aber sehr gut für Fahrradfaher geeignet. Beinahe an jeder zweiten Straßenecke gibt es kleine Fahrradwerkstätten, die für eine reibungslose Fahrt sorgen. Und da Beijing zwar von vielen Bergen umgeben, die Stadt selbst jedoch absolut flach ist, wird so schnell auch niemand erschöpfen. Obwohl es mittlerweile sehr viel mehr Autos als Fahräder in Beijing gibt, finden sich noch vielerorts breit angelegte Fahrradstraßen, auf die sich leider immer häufiger auch Taxen und Privatwagen verirren.

Fahrräder können in Beijing sehr günstig erstanden oder gemietet werden. Besonders in den Hutongs finden sich sehr viele Fahrradverleihe, doch sind die Preise hier vergleichsweise hoch, wenngleich immer noch deutlich billiger als eine Hutong-Rikschatour.

Hinweise und Links:

The Beijing Guide - Radeln in Beijing. Schön bebilderter Artikel zum Radfahren in Beijing. (Deutsch)

China-by-bike. Reiseveranstalter von Radtouren in ganz China. (Deutsch)

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Taxen und Rikschas

Auf den ersten Blick scheint es in Beijing mehr Taxen als irgendwelche anderen Fahrzeuge zu geben. Vielleicht kommt das der Realität sogar ziemlich nahe. Jedenfalls braucht in Beijing niemand ein Taxi zu suchen, die Taxen finden einen vielmehr von selbst. Nur zu Stoßzeiten oder in den späten Abendstunden, sowie in den Randbezirken Beijings kann es manchmal schwierig werden, ein Taxi aufzutreiben. Da es in Beijing kaum Taxistände gibt, müssen die Taxen direkt angehalten werden. Dazu stellt man sich einfach an den Straßenrand und winkt das Taxi mit nach unten gestreckter Handfläche zu sich (alles andere würde beleidigend wirken). Als Ausländer wird man allerdings auch oft direkt von den Taxifahrern angehupt. Und wenn es mal hupt, aber kein Taxi zu sehen ist, dann ist es wahrscheinlich trotzdem ein Taxi, jedoch ein illegales Taxi, von denen ähnlich viele auf Beijings Straßen unterwegs sind. Diese verfügen über keinen Taxameter, der Preis muss ausgehandelt werden, und zwar unbedingt vor der Fahrt, sonst kann es leicht zu Missverständnissen kommen. Das Taxifahren in Beijing ist zwar ausgesprochen billig, doch angesichts der großen Entfernungen kommen auf die Dauer dennoch beträchtliche Beträge zusammen. Rikschafahrer werden fast immer einen völlig übertriebenen Fahrpreis nennen, hier ist besonderes Verhandlungsgeschick gefragt. In den Außenbezirken Beijings stehen meist nicht viele Taxen zur Verfügung, dafür um so mehr Motorradrikschas. Diese sind staubig und laut, die Preise jedoch recht moderat. Nicht wenige Fahrer werden versuchen den Fahrpreis durch umständliche Fahrtrouten in die Höhe zu treiben, doch nicht immer handelt es sich dabei um böse Absicht. Beijing ist riesig und wandelt tagtäglich sein Gesicht, da verliert auch der beste Fahrer bzw. die beste Fahrerin einmal den Überblick. Wer einen eher ausgefallenen Ort besuchen möchte, ein wenig bekanntes Museum etwa, wird vielleicht sogar gleich abgewiesen, andere Fahrer fragen sich durch, mit mitgebrachten Adressangaben oder Stadtplänen können sie nicht notwendigerweise mehr anfangen als ein Tourist. Da die allermeisten Busse und auch die U-Bahn nachts ihren Betrieb gänzlich einstellen, ist man in den späten Abendstunden übrigens fast immer auf ein Taxi angewiesen.

Hinweise und Links:

I love Beijing. Beinahe surrealer Film der chinesischen Regisseurin und Schauspielerin Ning Ying über das Leben des Taxifahrers Dezi. Mehr Infos und Bezugsmöglichkeit unter Trigon-Film - I love Beijing.

Wikipedia - Rikscha. Wikipedia-Seite zur Rikscha. (Deutsch)

Chinese Forums - Beijing Taxi. Anleitung zum Taxi mieten in Beijing. (Englisch)

The Beijing Guide - Unterwegs im Taxi in Beijing. Kurzer Artikel zum Taxi mieten in Beijing. (Deutsch)

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U-Bahn und Hochbahn

Das öffentliche Verkehrsnetz Beijings umfasst derzeit neun U-Bahn-Linien (Linien 1, 2, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 14), eine Sonderbahn zum Flughafen (Airport Express) und sechs größtenteils oberirdisch gelegene Linien (Linien 13, 15, Changping-Linie, Batong-Linie, Fangshan-Linie und Yizhuang-Linie). Der Ausbau des U-Bahnnetzes ist auch nach der Olympiade 2008 noch lange nicht abgeschlossen, so dass in den kommenden Jahren weitere Linien ihren Betrieb aufnehmen werden. Doch schon mit den bestehenden Linien lassen sich viele Orte recht komfortabel erreichen. Zwar ist die U-Bahn meist überfüllt, doch dafür kommt man schnell und ohne Stau an sein Ziel. Im Innenstadtbereich ist die U-Bahn definitv das beste Verkehrsmittel. Zu Stoßzeiten sollte man die U-Bahn, insbesondere die hochfrequentierte Linie 5 jedoch besser meiden, da sich die Menschenmengen dann ins Unerträgliche steigern. Auch ohne Chinesisch-Kenntnisse kann die U-Bahn problemlos genutzt werden, da die Beschilderung auch für unkundige Touristen leicht verständlich ist. Zudem sind die Ansagen in der U-Bahn selbst zweisprachig. Fahrkarten müssen zwar am Schalter gekauft weden, doch da Einheitspreise gelten, sollte es auch hier keine Probleme geben. Für zwei Yuan kann man so lange fahren, wie man will, Umsteigen inbegriffen. Nur wer die U-Bahn ganz verlässt, muss erneut eine Karte kaufen. Alternativ dazu bietet sich der Kauf einer Chip-Karte an, die auch für Busse genutzt werden kann und auch an Automaten in den U-Bahnstationen erhältlich ist. Nachts stellt die U-Bahn ihren Verkehr ähnlich wie die meisten Busse ein.

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Links:

Urbanrail - Beijing. Detaillierte Infos zum Beijinger U-Bahnnetz mit Karte. (Englisch)

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Busse und Busfahrpläne

Da das U-Bahnnetz sich derzeit noch im Ausbau befindet und es in Beijing kein echtes Pendant zur deutschen Straßenbahn oder S-Bahn gibt, stellen Busse das bei weitem wichtigste öffentliche Verkehrsmittel der Stadt dar. Es gibt kaum einen Ort, der nicht mit dem Bus erreicht werden könnte, häufiges Umsteigen und lange Fahrtzeiten sind allerdings die Regel. Beinahe Tausend verschiedene Linien sind in Beijing und Umgebung unterwegs, etliche davon unter derselben Nummer, aber mit unterschiedlichen Streckennetz. Doch wer das System einmal verstanden hat, gewinnt damit eine erstaunliche Bewegungsfreiheit in der Stadt. Es lohnt sich also allemal, sich einmal näher mit dem Bussystem auseinander zu setzen.

Busfahren in Beijing: eine Busfahrt in Beijing kann für Touristen eine große Herausforderung darstellen, doch es ist eine lohnenswerte Erfahrung. Zunächst erscheint aber alles ziemlich rätselhaft, wann kommt z. B. welcher Bus? Einen Zeitplan darüber, wann welcher Bus wo zu sein hat, scheint es tatsächlich nicht zu geben. Die einzige Vorgabe scheint hingegen zu sein, so schnell wie möglich an das Ziel zu kommen. Mitunter erreichen die Busse daher bedrohliche Geschwindigkeiten, so dass man sich schnell den nächsten Stau herbeizusehnen beginnt. Der Dauergebrauch der Hupe ist für viele Fahrer ebenfalls Pflicht, meist bleibt der Lärm aber ohne Wirkung. Das Busbegleitpersonal hat neben dem Fahrkartenverkauf vor allem die Funktion, die Leute so schnell wie möglich zum Ein- und Aussteigen zu bewegen und weiteren Platz zu schaffen, indem die Leute in den hinteren Teil des Busses gedrängt werden. Manchmal hält der Bus gar nicht erst wirklich an, sondern verlangsamt nur die Fahrt, so dass in den noch fahrenden Bus ein- und ausgestiegen werden kann. Wer sich nicht bemerkbar macht, wird den Bus bzw. die Haltestelle möglicherweise auch mal an sich vorbeibrausen sehen. Dafür ist es aber meistens möglich, Busse nachträglich anzuhalten, auch wenn man noch aussteigen möchte, ein mürrischer Fahrer wird aber selbst beim schlimmsten Stau die Türen geschlossen halten. Das Gedrängel beim Ein- und Aussteigen, sowie in den überfüllten Bussen selbst, kann ebenfalls schnell an die Substanz gehen. Zwar versucht das Fahrpersonal manchmal, die Leute erst aussteigen zu lassen, bevor andere einsteigen, doch in der Regel findet beides gleichzeitig statt. Die Busse werden oft derart voll, dass man sich nicht mehr von der Stelle bewegen kann und es ziemlich schwierig werden kann, den Bus an der gewünschten Haltestelle zu verlassen. Wenn dann noch Hitze und Stau dazukommen, ist es der blanke Horror. Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass die Chinesen selbst dabei nur selten gestresst oder verärgert wirken. Wäre ein Bus in Deutschland nur halb so voll, wie es in China üblich ist, dann gäbe es sicherlich überall rauchende Köpfe und die nächste Schlägerei wäre wohl nicht mehr weit entfernt.

Fahrkarten: im Bus kauft man die Fahrkarte am Besten gleich beim Einsteigen (aber nicht beim Fahrer, sondern beim Begleitpersonal), das ist jedoch keine Notwendigkeit. Wenn es nur noch wenige freie Plätze gibt, so sichert man sich besser erstmal einen davon und bei übervollen Bussen gibt es ohnehin kein Durchkommen zum Buspersonal. Dieses bahnt sich aber immer irgendwie einen Weg, so dass man kaum zum Schwarzfahrer werden kann. Mittlerweile wurde ein Chipkarten-System eingeführt, die Karte kann man an einem der über die ganze Stadt verteilten Fahrkartenschaltern kaufen, was sich jedoch nur bei einem längeren Aufenthalt rentiert. Das Praktische an dieser Karte ist, dass sie auch für die U-Bahn genutzt werden kann. Eingestiegen wird vorne oder an der mittleren Tür, Ausgestiegen wird hinten, die Karte muss jeweils einmal beim Ein- und Aussteigen durch den Sensor gezogen werden (bei Bussen mit einer niedrigen Linienzahl, also etwa unter 600, muss die Karte meist nur beim Einsteigen durch den Sensor gezogen werden). Zuweilen gibt es auch Busse mit einem anderen System, hier wird nur vorne eingestiegen und die Fahrkarte gleich bei beim Fahrer gelöst, Austeigen ist dann nur hinten möglich. Die staatlichen Busse sind günstiger, dafür aber ständig überfüllt. Die Busse selbst unterscheiden sich in punkto Sitzqualität und Geräuschpegel erheblich voneinander, dies ist aber von der jeweiligen Linie und nicht von dem dahinter stehenden Unternehmen abhängig. Für eine Fahrt im Stadtgebiet wird man bei keiner Linie mehr als 50 Cent bezahlen, meist sogar nur 10 bis 20 Cent. Einige Linien haben klimatisierte Busse, für die ein geringfügiger Aufschlag zu zahlen ist.

Fahrpläne: ohne Chinesisch-Kenntnisse kann sich die Fahrt mit öffentlichen Bussen leicht zu einer regelrechten Odyssee ausweiten. Zumindest den Namen der Zielstation sollte man wissen, und zwar sowohl die Aussprache wie auch die Zeichen. Für Auskünfte steht das Buspersonal nur bedingt zur Verfügung, meist kennen sie nicht viel mehr als die eigene Strecke oder haben einfach keine Zeit für Unterhaltungen. Es gibt natürlich auch Stadtpläne mit eingezeichnetem Liniennetz, das Lesen dieser Pläne kommt aber einem Geduldsspiel gleich und setzt daher einige Zeit und Ruhe voraus. Die Wartezeiten auf die Busse sind sehr unterschiedlich, manche Linien erscheinen im Minutentakt, andere lassen vielleicht eine halbe Stunde oder länger auf sich warten. Bis Mitternacht stellen die meisten Busse ihren Verkehr ein und nehmen ihn dann in den frühen Morgenstunden wieder auf. Einige wenige Linien, vor allem im Innenstadtbereich, sind jedoch ausschließlich Nachts unterwegs. Leider sind die Fahrpläne an den Haltestellen nicht immer aktuell, oft werden nicht alle Linien genannt.

Haltestellen: an einigen Orten, wie zum Beispiel Zhongguancun (中关村) kann es zu Verwirrungen kommen, da es dort viele Haltestellen mit demselben Namen gibt. Zwar scheint dies an sich kein großes Problem zu sein, doch wenn die Haltestellen einen oder mehr Kilometer voneinander entfernt liegen, kann es schon ärgerlich sein, an der falschen Stelle auszusteigen. Selbst wenn die Haltestellen durch ihre offizielle Bezeichnung möglicherweise noch unterscheidbar sind (z. B. Zhongguancun Nord, Zhongguancun Süd), werden solche Unterscheidungen von Fahrpersonal und Fahrgästen meist nicht gemacht. Perfekt wird das Chaos dadurch, dass bei verschiedenen Buslinien zum Teil verschiedene Namen für die einzelnen Haltestellen gebräuchlich sind. Moderne Busse verfügen jedoch über präzise elektronische Ansagen, die zudem um einiges leichter zu verstehen sind, als die Ansagen des Buspersonals und außerdem von Schriftzeichen auf der Leuchttafel begleitet werden. Ärgerlich ist auch, dass etwa durch Baustellen bedingte Streckenänderungen zwar in Zeitungen und im Fernsehen angekündigt, nicht jedoch an den betroffenen Haltestellen selbst bekanntgegeben werden.

Busse in den Vororten Beijings: Beijing ist eine vergleichsweise konservative Stadt, Vorschriften und Regeln werden oft buchstabengetreu ausgeführt, meist eher zum Ärger der Betroffenen. Verlässt man allerdings das Stadtzentrum und begibt sich in die Vororte Beijings, ergibt sich ein völlig anderes Bild. Wer hier auf Regeln beharrt, hat meist das Nachsehen. Manche der Busse dort haben gar keine Haltestellen (nur Anfangs- und Endhaltestelle) oder werden einfach nicht ausgeschildert. Dafür können solche Busse wie ein Taxi angehalten werden, was auch seine Vorteile hat. Insgesamt geht es in solchen Vorortsbussen deutlich lockerer zu, manchmal wird sogar während der Fahrt lautstark Musik gehört.

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Links:

Bjbus. Das Bus-Portal für Beijing, hier lassen sich so ziemlich alle Busverbindungen recherchieren. (Chinesisch, Englisch)

8684.cn. Die wohl beste Suchmaschine für Busverbindungen in Beijing gibt es leider nur auf Chinesisch. (Chinesisch)

Beijingtraveltips - Bus Tips. Praktische Anleitung zum Busfahren in Beijing. (Englisch)

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Flughafen

Der internationale Flughafen von Beijing wurde anlässlich der Olympiade beträchtlich erweitert. Die meisten internationalen Passagiere werden nun am neuen Terminal 3 abgefertigt, dessen Ausmaße bei vielen für ungläubiges Staunen sorgen dürfte. Für die meisten Reisenden beginnt der China-Aufenthalt am Beijinger Flughafen, aber auch für weitere Reisen in China oder in den umliegenden asiatischen Raum stellt der Beijinger Flughafen einen idealen Ausgangspunkt dar, zumal gerade Inlandsflüge vergleichsweise günstig sind. Die Verkehrsanbindung in die Innenstadt wurde lange Zeit nur über Busse und Taxen geregelt, doch mittlerweile gibt es auch eine U-Bahn-Anbindung.

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Links:

Beijing International Airport. Offizielle Seite des Beijinger Flughafens. (Englisch)

Wikipedia - Flughafen Peking. Wikipedia-Seite zum Flughafen von Beijing. (Deutsch)

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Auswahl wichtiger Bus- und Bahnhaltestellen

Hauptbahnhof (Beijing Zhan, 北京站): in Beijing ist der Hauptbahnhof keineswegs der wichtigste Bahnhof der Stadt, durch den neuen Südbahnhof hat er sogar noch zusätzlich an Bedeutung verloren. Für einige näher gelegene Ziele (nicht jedoch für Tianjin) stellt der Hauptbahnhof aber immer noch die beste Wahl dar. Der Hauptbahnhof kann mit dem Bus oder mit der U-Bahn (Linie 2) erreicht werden.

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Westbahnhof (Beijing Xizhan, 北京西站): der gewaltige Westbahnhof stellt einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Chinas dar. Von hier aus lassen sich Ziele in ganz China erreichen, in der Regel müssen die Fahrkarten ein bis mehrere Tage vor Abreise gekauft werden (ansonsten wird es schwer noch einen halbwegs komfortablen Platz zu ergattern). Unzählige Buslinien steuern den Bahnhof an, eine direkte U-Bahn-Anbindung ist durch die Linie 9 gegeben. Relativ nah ist außerdem die noch nicht von der Linie 9 frequentierte Haltestelle Junshi Bowuguan (军事博物馆, Militär-Museum, Linie 1).

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Südbahnhof (Beijing Nanzhan, 北京南站): der neue Südbahnhof schickt sich an, den anderen Bahnhöfen der Stadt ihren Rang abzulaufen. Das Bahnhofsgebäude ist hochmodern und wirkt geradezu futuristisch. Passend dazu wird der Südbahnhof bevorzugt von Schnellzügen bedient, der gesamte Expressverkehr zwischen Beijing und Tianjin wird etwa über diesen Bahnhof abgewickelt. Für solche Kurzstrecken kann ein Ticket auch problemlos noch kurz vor Abreise erstanden werden. Der Bahnhof ist über die gleichnamige U-Bahn-Haltestelle mit der Linie 4 relativ bequem erreichbar. Gleichwohl liegt der Bahnhof vergleichsweise weit vom Zentrum entfernt, wohl mit ein Grund dafür, warum der Bahnhof bislang noch nicht allzu stark von Reisenden frequentiert wird. Dies wird sich jedoch spätestens dann ändern, sobald die neue Schnellzugverbindung zwischen Beijing und Shanghai fertiggestellt ist.

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Tian'anmen (天安门) und Qianmen (前门): für die meisten Besucher Beijings dürfte der gewaltige Platz inmitten der Stadt Ausgangspunkt aller weiteren Unternehmungen sein. Selbst zu Fuß lassen sich von hier aus Dutzende von Sehenswürdigkeiten problemlos erreichen. Am nördlichen Rand des Platzes liegt die Verbotene Stadt (故宫), im Süden das stattliche Qianmen-Tor. Insgesamt gibt es hier drei U-Bahnhaltestellen: Tian'anmen Xi (天安门西, Tian'anmen West), Tian'anmen Dong (天安门东, Tian'anmen Ost, beide Haltestellen Linie 1) und Qianmen (Linie 2). Jeweils in der Nähe der U-Bahn befinden sich auch die Bushaltestellen, von denen aus man an über die ganze Stadt verteilte Orte gelangen kann. Nahe vom Qianmen starten zudem täglich spezielle Tourenbusse für Touristen.

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Xidan (西单): die Gegend um Xidan ist eines der größten Shoppingzentren Beijings, von diesen jedoch der am wenigsten von Touristen aufgesuchte Ort. Neben modernen Kaufhäusern und einer unterirdischen Einkaufswelt gibt es hier einen großen Kleidermarkt und eines der besten Buchkaufhäuser der Stadt. Vor Ort gibt es eine U-Bahn-Haltestelle (Linien 1 und 4) und mehrere Bushaltestellen, die von zahlreichen Bussen der Stadt angefahren werden. Wer mit dem Bus vom Xidan Richtung Norden fährt, also entlang der Xinjiekou-Straße (新街口), passiert damit gleichzeitig die wohl längste Shoppingmeile Beijings, wobei die verschiedenen Straßenabschnitte jeweils einem anderen Geschäftsthema gewidmet sind, so z.B. Handwerkzeug, Elektronikartikel, Musikgeräte oder Kleidung.

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Xizhimen (西直门): wer bei Xizhimen die U-Bahn verlässt, mag anfangs etwas orientierungslos dastehen, denn hier kreuzen sich zahlrreiche Hauptstraßen in einem wahren Wirwarr von Ober- und Unterführungen. Es bestehen Umsteigemöglichkeiten zu den U-Bahnlinien 2 und 4 und zur Hochbahn Linie 13.

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