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Tierhandel in China

In kaum einem anderen Land der Erde wird ein derartig umfassender Tierhandel betrieben wie in China. Dies schließt den illegalen genauso wie den legalen Tierhandel mit ein. Beispielsweise ist China der weltgrößte Exporteur von Tierfellen. Die meisten dieser Felle stammen aus Tierfarmen mit unsäglichen Haltungsbedingungen. China verfügt zwar über ein Gesetz zum Schutz bedrohter Tierarten, ein allgemeines Tierschutzgesetz gibt es bisher aber noch nicht. Die Konsequenzen für die, auf Tierfarmen gehaltenen oder auf Märkten verkauften Tiere sind erwartungsgemäß dramatisch. Davon kann sich jeder Besucher eines chinesischen Tiermarktes selber überzeugen. Die Tiere, gleich welcher Art, werden in Massen in kleine Käfige gezwängt und harren dort einem ungewissen Schicksal aus. Eine effektive Kontrolle der Märkte findet praktisch nicht statt, von einigen temporären Kampagnen einmal abgesehen. Dies bedeutet auch, dass dort weiterhin und völlig offen zum Teil streng geschützte Arten feil geboten werden. Selbst der Wissenschaft noch unbekannte Arten lassen sich hier mitunter entdecken. Dass die unhygienischen Haltungsbedingungen und der Verkauf von Wildtieren auf den überfüllten Märkten auch für den Menschen unangenehme Folgen zeitigen kann, hat die SARS-Krise deutlich belegt, zumindest ist es ziemlich wahrscheinlich, dass die Ausbreitung des Virus auf den Menschen hier ihren Ausgang genommen hat.

Handelsverbote haben den illegalen Tierhandel bisher nicht wirkungsvoll beschränken können, vielmehr ist die Nachfrage nach Ingredienzien wie Tigerknochen oder Rhinozeroshorn in Folge des wirtschaftlichen Aufschwunges Chinas noch gestiegen. Dergleichen Tierprodukte finden vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) Anwendung. Die Wirksamkeit der meisten dieser Produkte darf jedoch angezweifelt werden. Hier ist es daher sehr wichtig, auf Alternativen, etwa auf pflanzlicher Basis (wobei auch selbstverständlich hier der Artenschutz beachtet werden muss) oder moderne westliche Medizinprodukte aufmerksam zu machen. In diese Richtung geht unter anderem die Arbeit des WWF in China, die in enger Zusammenarbeit mit Ärzten der chinesischen Medizin stattfindet.

Video: Auf einem Vogelmarkt in Tianjin (Benutzer vom Internet Explorer müssen eventuell erst das Active X-Steuerungselement aktivieren, bevor das Video angezeigt werden kann):



Chinesische Tiermedizin (Eigene Aufnahme aus dem Kölner Zoo):
Tiermedizin

Weiterführende Links

World Chelonian Trust - An Overview of the Animal Markets of China. Viele reich bebilderte Artikel zum Thema (im Vordergrund stehen Schildköten). (Englisch)

Pekingduck - Guangzhou animal market. Interessanter Blog-Eintrag zu einem CNN-Bericht über einen Tiermarkt in Guangzhou. (Englisch)

New Scientist - Exotic market animals likely source of SARS. Artikel zu den möglichen Ursachen von SARS. (Englisch)

WWF - Wildlife Trade. Traditional Chinese Medicine (TCM). WWF-Seite zur Verbindung von Tierhandel und TCM. (Englisch)

WWF China - TRAFFIC China Programm. WWF-Initiative zur Bekämpfung des illegalen Tier- und Pflanzenhandels in China. (Englisch)

Swiss Animal Protection SAP - Chinese Fur Trade. Artikel zum chinesischen Handel mit Tierfellen. (Englisch)