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Tianjin Special

Handelsstadt mit Kolonialflair



Inhalt:

Einleitung

Haihe-Fluss und Zentrum

Kolonialbauten

Tempelanlagen

Trommelturm und Kulturstraße


Einleitung

Ähnlich wie Beijing ist Tianjin (天津) eine regierungsunmittelbare Stadt, d. h. sie hat denselben administrativen Stellenwert wie eine Provinz. Diesen Status hat die Stadt Tianjin v. a. wegen der Nähe zur Landeshauptstadt, sowie wegen ihrer Eigenschaft als bedeutender Industrie- und Handelsstandort mit Küstenanschluss und Verkehrsknotenpunkt. Die günstige Lage der Stadt war wohl auch einer der Gründe, warum westliche Imperialisten seit Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten sich ihrer zu bemächtigen. Folge dieser durchaus auch mit kriegerischen Mitteln durchgesetzten Bemühungen war die Errichtung zahlreicher ausländischer Konzessionsgebiete in der Stadt. In Tianjin finden sich daher noch heute viele Bauwerke europäischen Stils aus dem 19. Jahrhundert. Gemeinsam mit der chinesischen Architektur verschiedener Epochen prägen sie das Bild der Stadt.

Anreise von Beijing: der Zugverkehr zwischen Beijing und Tianjin wird mittlerweile fast vollständig durch Schnellzüge bestritten, welche vom Beijinger Südbahnhof (Nanzhan, 南站, U-Bahn-Linie 4) aus starten, und den Tianjiner Hauptbahnhof (Tianjinzhan, 天津站) in etwa einer halben Stunde erreichen. Die günstigsten Plätze sind für 58 Yuan zu haben und bieten bereits hervorragenden Sitzkomfort. Eine Übersicht zu allen aktuellen Zugverbindungen zwischen den beiden Städten bietet der Chinatrainguide.

Das Verkehrssystem von Tianjin: zwischen Beijing und Tianjin liegen Welten und doch ist Tianjin sicher eine der modernsten Städte Chinas. Doch drückt sich das nicht unbedingt im Verkehrsystem der Stadt aus. Die U-Bahn ist zwar in einwandfreiem Zustand, doch das Streckennetz ist sehr klein, die Stationen hingegen völlig überdimensioniert, und dabei fast menschenleer. Der Kauf einer Fahrkarte, der Weg zur Bahn, das Ein- und Aussteigen, all das funktioniert nur auf sehr umständliche Weise. Es gibt mehrsprachige Fahrkartenautomaten, aber kaum einen Stadtplan, auf welchem das Streckennetz eingezeichnet wäre. Busse und Bushaltestellen sind in Tianjin zwar nicht immer auf dem neuesten Stand, aber das System scheint insgesamt ganz gut zu funktionieren. Taxen sind ähnlich häufig wie in Beijing und noch dazu günstiger, was sie zum idealen Transportmittel für Kurzstrecken macht. Außerdem sind die Tianjiner Taxifahrer (und eigentlich die ganze Stadtbevölkerung) ausgesprochen gesprächig und hilfsbereit.

Speisen in Tianjin: im Sommer bietet sich kleingehacktes Eis (kein Speise- sondern einfaches Wassereis) an, welches von den Verkäufern mit verschiedenen leckeren Fruchtsoßen übergossen wird. Diese, eigentlich sehr einfache Speise kann an heißen Tagen ungemein erfrischend wirken. Bekannt ist Tianjin aber vor allem für seine Baozi (包子), Hefeteigtaschen mit allen nur denkbaren Füllungen, welche vor allem in Nordchina beliebt sind. Den besten Ruf haben Tianjins Goubuli Baozi (狗不理包子). Eine andere Spezialität ist Mahua (麻花), ein knuspriges Sesamgebäck.

Links:

Wikipedia - Tianjin. Wikipedia-Seite zu Tianjin. (Deutsch)

Stadt Tianjin. Homepage der Stadt Tianjin. (Chinesisch)

Urbanrail - Tianjin. U-Bahn-Karte von Tianjin. (Englisch)

English Channel - Tianjin. Informatives Online-Portal zur Stadt Tianjin. (Englisch)

China.org - Die Hafenstadt Tianjin. Artikel zu Tianjin. (Deutsch)

China through a lens - Tianjin. Umfangreiche Fotogalerie zu Tianjin. (Englisch)

China today - City of Reminiscence. Ein Artikel über Tianjin, welcher den besonderen Charme der Stadt hervorhebt. (Englisch)

TJ Xinhuanet - Tianjin Xiaochi. Diese Seite stellt einige der leckersten Tianjiner Snacks vor. (Chinesisch)

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Haihe-Fluss und Zentrum

Auch wenn die äußeren Stadtteile etwas anderes vermuten lassen, Tianjin hat ein sehr lebendiges Stadtzentrum, welches vor allem durch seine vielfältige Architektur fasziniert. Den vielleicht besten Eindruck von der Stadt bekommt man bei einem Spaziergang entlang des Haihe-Flusses (海河), der Tianjins Verbindung zum Meer darstellt. Den idealen Ausgangspunkt für einen solchen Spaziergang stellt sicherlich der Hauptbahnhof dar, von dem aus man recht bequem bis zur Kulturstraße spazieren kann. Wer hingegen den Fluss beim Hauptbahnhof überquert, gelangt schnell zu Tianjins zentraler Shoppingmeile, der Binjiang Dao (滨江道). Diese unterscheidet sich zwar nicht sonderlich von vergleichbaren Straßen in westlichen Großstädten, doch eine der Seitengassen wurde zu einer Art Snackstraße umgebaut, der ideale Ort also, um sich mit den verschiedenen Leckereien Tianjins vertraut zu machen.

Links:

Wikipedia - Haihe. Wikipedia-Seite zum Haihe. (Deutsch)

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Kolonialbauten

Ab der zweiten Häfte des 19. Jahrhunderts drangen die westlichen Imperialmächte und wenig später auch Japan immer aggressiver nach China vor und etablierten in verschiedenen chinesischen Städten Konzessionsgebiete, die praktisch vollständig ihrer Kontrolle unterlagen. Tianjin war aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen sehr attraktiv, weshalb hier besonders viele Konzessionsgebiete errichtet wurden. Die meisten ihrer Sonderrechte und territorialen Befugnisse mussten die Kolonialmächte nach dem Niedergang des Kaiserreichs und der Machtübernahme durch die Guomindang (国民党), spätestens aber nach Gründung der VR China 1949 wieder abtreten. Geblieben sind jedoch die zahlreichen kolonialen Bauwerke, welche Tianjin heute ein ganz besonderes Flair verleihen und architektonisch wohltuend von der eintönigen Betonarchitektur vieler chinesischer Städte unterscheiden.

Die meisten Kolonialbauten Tianjins finden sich in dem, aus fünf großen und mehreren kleineren Straßenzügen bestehenden, sehr zentral gelegenen Villenviertel Wudadao (五大道), doch auch in anderen Teilen im und um das Zentrum herum finden sich zahlreiche Spuren aus der Kolonialzeit. Viele Gebäude wurden aufwändig restauriert oder gleich komplett neu entworfen, wodurch freilich auch ein Teil des ursprünglichen Charme der Kolonialarchitektur verloren gegangen ist. Das wohl beste Beispiel dafür ist das ehemalige italienische Konzessionsgebiet, welches zur so genannten "Italian Style Town" (Yishi Fengqingqu, 意式风情区) umgebaut wurde.

Von allen Kirchen der Stadt ist die Xikai-Kirche (西开教堂), die von den Tianjinern einfach als die französische Kirche (Faguo Jiaotang, 法国教堂) bezeichnet wird, wohl die schönste und farbenfrohste. Sie ist die größte Kirche der Stadt und zudem wichtigster Treffpunkt der Katholiken Tianjins. Aufgrund ihrer zentralen Lage eignet sich die Xikai-Kirche als Ausgangspunkt für einen Stadtbummel. In starkem Kontrast zur Xikai-Kirche steht hingegen eine andere bekannte Kirche der Stadt, nämlich die eher einer Festung gleichende Wanghailou-Kirche (望海楼教堂).

Links:

Wikipedia - Concessions in Tianjin. Wikipedia-Seite zu den Konzessionsgebieten in Tianjin. (Englisch)

Western Architecture in Tianjin. Artikel zur Kolonialarchiktektur in Tianjin mit zahlreichen historischen Fotos. (Englisch)

Tianjin Trekker - Architecture and Culture in Tianjin. Umfangreiche Seite zur Tianjiner Architektur. (Englisch)

China Heritage Quarterly - Tianjin's Western-Style Chinese Villa. Artikel zu einer Villa in Tianjin, die chinesische und westliche Bauelemente miteinander vereint. (Englisch)

Enorth - Wudadao Sightseeing Street. Artikel zu Wudadao. (Englisch)

China Radio International - Wudadao. Weiterer Artikel zu Wudadao. (Englisch)

China Heritage Quarterly - The New I-Style Town. Artikel zur "Italian Style Town". (Englisch)

Chinaculture - Xikai Church. Kurze Beschreibung der Xikai-Kirche. (Englisch)

Flickr - Xikai Church. Fotogalerie zur Xikai-Kirche. (Englisch)

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Tempelanlagen

Während man der europäischen Kolonialarchitektur in Tianjin auf Schritt und Tritt begegnet, sind die Spuren traditioneller chinesischer Architektur relativ dünn gesät. Im Hinblick auf die Größe der Stadt ist auch die Zahl der Tempelanlagen Tianjins vergleichsweise gering. Nichtsdestotrotz hat die Stadt einige überregional bedeutsame Tempelanlagen aufzuweisen.

Innerhalb der Kulturstraße befindet sich der Palast der Himmelgöttin (Tianhougong, 天后宫), welcher 1326, also zur Zeit der Yuan-Dynastie (Yuanchao, 元朝, 1271-1368), errichtet wurde und der Göttin Mazu (妈祖) gewidmet ist, welche von Fischern und Seeleuten bis heute als Schutzgöttin verehrt wird. Der Glaube an Mazu ist besonders unter Küstenbewohnern weit verbreitet und zieht auch viele junge Menschen an. Im Palast der Himmelsgöttin werden zu Ehren der Göttin regelmäßig Zeremonien abgehalten und Feste gefeiert. Die tiefreligiöse Stimmung des Tempels bleibt selbst flüchtigen Besuchern nicht verborgen. Heute beeinhaltet der Tempel zusätzlich eine Ausstellung zur Volkskultur.

Der wichtigste buddhistische Tempel Tianjins ist der aus der Qing-Zeit (清朝, 1644-1911) stammende Tempel des großen Mitleids (Dabeiyuan, 大悲院). Um den Tempel herum haben sich viele Händler angesiedelt, welche Räucherstäbchen und andere Dinge zum religiösen Gebrauch anpreisen. Ähnlich lebhaft geht es auch in dem Tempel selber zu, die weitläufige Anlage ist voller Menschen, die meisten davon Gläubige. Die typische Offenheit der Tianjiner macht es sehr leicht, mit dem Tempelpersonal ins Gespräch zu kommen, Besucher sind spürbar willkommen.

Auf halben Weg zwischen Kulturstraße und Trommelturm befindet sich der Konfuzius-Tempel (Kongmiao, 孔庙). Obwohl die Anlage von beträchtlicher Größe ist (de facto sogar der größte traditionelle Gebäudekomplex der Stadt), zieht sie kaum Besucher an und ist damit ähnlich wie der Konfuzius-Tempel in Beijing ein recht ruhiger, erholsamer Ort. Der Konfuzius-Tempel stammt zwar aus der Ming-Zeit (Mingchao, 明朝, 1368-1644), doch ihr Alter sieht man der komplett neu restaurierten Anlage kaum mehr an.

Wesentlich jüngeren Ursprungs ist hingegen der Jianfu Guanyin Tempel (Jianfu Guanyin Si, 荐福观音寺), welcher dem weiblichen Bodhisattva Guanyin gewidmet ist. Der Tempel dient in erster Linie als buddhistisches Nonnenkloster, steht aber allen Besuchern offen.

Links:

Chinaculture - Tianhou Palace. Kurze Beschreibung der Tempelanlage und ihrer Bedeutung. (Englisch)

Wikipedia - Mazu. Wikipedia-Seite zur Göttin Mazu. (Deutsch)

Wikipedia - Temple of Great Compassion. Wikipedia-Seite zum Tempel des großen Mitleids. (Englisch)

Jianfu Guanyin Si. Offizielle Webseite des Jianfu Guanyin Tempels. (Chinesisch)

Wikipedia - Guanyin. Wikipedia-Seite zu Guanyin. (Deutsch)

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Trommelturm und Kulturstraße

Trommelturm und Kulturstraße sind nur etwa einen Kilometer voneinander entfernt und stellen gemeinsam mit dem dazwischen liegenden Konfuzius-Tempel die wichtigsten Überreste des historischen Stadtkern Tianjins dar.

Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte wurde der Trommelturm seit seiner Errichtung während der Ming-Dynastie (Mingchao, 明朝, 1368-1644) mehrfach zerstört und wieder neu aufgebaut. Der Trommelturm befindet sich inmitten eines mit der Kulturstraße vergleichbaren, antiken Straßenviertels. Neben den vielen Geschäften und Restaurants finden sich dort viele Freiluft-Ausstellungsstücke zu Kultur und Gewerbe der Stadt Tianjin.

Die Kulturstraße ist eine komplett neu instand gesetzte antike Einkaufsstraße (hinzu kommen eine Reihe von Seitenstraßen) voller Tee- und Antiquitätengeschäfte. Zwar ist längst nicht alles echt und das Sortiment arg auf Touristen zugeschnitten, doch es gibt trotzdem viel zu entdecken. Außerdem beherbergt die Kulturstraße den bedeutenden Palast der Himmelsgöttin, ebenfalls nahe gelegen ist der Konfuzius-Tempel.

Links:

Oriental Travel - Ancient Culture Street. Ein kurzer Artikel zur Geschichte der Kulturstraße. (Englisch)

China Radio International - Ancient Culture Street. Ein weiterer Artikel zur Kulturstraße. (Englisch)

China.org - Ein Bummel durch den historischen Stadtkern von Tianjin. Dieser Artikel befasst sich unter anderem mit dem Trommelturm und dem Konfuzius-Tempel. (Deutsch)

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