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Haustiere:

Von Katzen und Hunden



Inhalt

Einleitung

Fotogalerie

Sprachgebrauch und Symbolik

Chinesische Hunde- und Katzenrassen

Weiterführende Links


Einleitung

Eine Frage, die viele Chinesen in Deutschland oft zu hören bekommen, lautet: "Isst man in China wirklich Hunde?" Aus Trotz antwortet da so manch einer genervt: "Ja, und es schmeckt köstlich!" Tatsächlich dürften aber die wenigsten Chinesen jemals in ihrem Leben Hunde- oder auch Katzenfleisch gegessen haben. Denn dieses vornehmlich im Süden des Landes angebotene Fleisch gilt als äußerst kostspielige Delikatesse. Und nicht wenige Chinesen können als stolze Hundebesitzer schon mit der bloßen Vorstellung Hundefleisch zu essen nur wenig anfangen. Davon abgesehen ist ohnehin schon seit längerem ein gesetzliches Verbot derartiger Speisen in Planung.

Die Haltung von Hunden und (eher selten) Katzen als reine Haustiere ist jedoch in der Tat ein recht neues Phänomen. Jahrhundertelang waren Hunde und Katzen für einen Großteil der Bevölkerung (sieht man einmal von einigen ethnischen Minderheiten ab, so gilt der Hund etwa den Yao als Ahnherr ihres Volkes) kaum mehr als bloße Wachtiere bzw. Rattenfänger. Dies hat sich jedoch in den vergangenen Jahren vor allem in den Städten dramatisch geändert. Dabei war die Hundehaltung dort noch bis zur Jahrtausendwende gesetzlich verboten gewesen. Mittlerweile ist aber die Zahl der registrierten und unregistrierten Hunde mancherorts so sehr gewachsen, dass sich einige Städte zur Einführung einer Ein-Hund-Regel gezwungen gesehen haben. Eine Maßnahme, die auch der Eindämmung der Tollwut dienen soll, die in China jedes Jahr mehrere Tausend Todesopfer fordert. Neben der Registrierungspflicht gibt es im städtischen Zentrum Beijings auch ein Verbot für Hunde, deren Schulterhöhe 35 cm überschreitet. Trotzdem bekommt man auch solche Hunde immer wieder mal zu Gesicht, die sprichwörtlichen Schoßhunde sind aber deutlich präsenter. Während Hunde einem sozusagen auf Schritt und Tritt begegnen, sind Begegnungen mit Katzen zumindest in den Städten zumeist auf Park- und Tempelanlagen beschränkt.

Der Haustierboom in China schlägt zuweilen seltsame Blüten, Hundesalons, in denen die treuen Vierbeiner aufwändig gepflegt und eingekleidet werden, erscheinen da beispielsweise gegenüber Hunderestaurants, mit einer speziell auf die tierische Kundschaft ausgelegten Speisekarte fast noch normal. Ebenfalls bemerkenswert ist die Nachfrage nach bestimmten Hunderassen, die manchmal sogar dazu führen kann, dass man sich einen Hund aus dem Ausland importiert, nur um ein "Rasse-Echtheitszertifikat" zu erhalten. Der Hund wird somit zum wertvollen Prestigeobjekt und Statussymbol. Für viele Hundebesitzer ist er aber durchaus auch ein wichtiger Teil der Familie.

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Fotogalerie - Hunde und Katzen in Beijing

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Sprachgebrauch und Symbolik

Als eines der zwölf Tiere im chinesischen Tierkreis ist der Hund besonders prominent in der chinesischen Volkskultur vertreten. Dem Hund wurde unter anderem die Fähigkeit zugesprochen, Dämonen vertreiben zu können. Dieser Glaube kam auch in dem Brauch zum Ausdruck, Toten aus Papier gefertigte Hunde ins Grab mitzugeben. Demgegenüber galt die Katze als ein mit dämonischen Kräften begabtes Wesen. Dieses traditionell eher negative Image der Katze scheint allerdings im Norden Chinas weniger stark ausgeprägt gewesen zu sein, denn dort war der Verzehr von Katzenfleisch nicht gern gesehen, außerdem existierte in der Provinz Gansu ein regelrechter Katzenkult.

Einige Redewendungen (Chengyu, 成语), in denen Hunde oder Katzen eine Rolle spielen:

丧家之犬 (Sang jia zhi quan, Hund ohne Familie). Diese Redewendung diente einst als Beschreibung heimatloser Hunde, gleichzeitig war sie aber auch eine Art Metapher für Menschen ohne Bleibe und Familie.

蜀犬吠日 (Shu quan fei ri, Die Hunde aus Sichuan bellen die Sonne an). Diese Redewendung geht auf den Tang-Gelehrten Liu Zongyuan (柳宗元) zurück, welcher angesichts des ständigen Nebels in der Provinz Sichuan meinte, dass wenn dort doch einmal die Sonne zum Vorschein kommt, die Hunde vor lauter Überraschung zu bellen anfangen würden. Verwendet wird diese Redewendung also immer dann, wenn sich jemand angesichts etwas eigentlich völlig Alltäglichem überrascht zeigt.

猫哭老鼠 (Mao ku laoshu, Die Katze weint über die Maus). Dieses Sprichwort lässt sich vom Sinn her am Besten mit den "Krokodilstränen" im Deutschen vergleichen und spielt auf geheuchelte Trauer an.

Der bekannteste chinesische Satz, in welchem die Katze vorkommt, ist indes keine klassische Redewendung, sondern ein Ausspruch Deng Xiaopings: "Es spielt keine Rolle, ob die Katze schwarz oder weiß ist; solange sie Mäuse fängt, ist sie bereits eine gute Katze" (Buguan bai mao hei mao, neng zhua laoshu jiushi hao mao, 不管白猫黑猫, 能抓老鼠就是好猫). Damit wollte er zum Audruck bringen, dass es keine Rolle spielt, ob man auf Plan- oder Marktwirtschaft setzt, solange nur die Wirtschaft wächst.

Ursprünglich vor allem in Japan verbreitet und dementsprechend auch unter dem japanischen Namen "Maneki-neko" bekannt, sind die als Glücksbringer geltenden "Winkekatzen" mittlerweile auch in China vielerorts anzutreffen und dort als "Zhaocai Mao" (招财猫) bekannt. (Bildquelle: Wikimedia Commons, Autor: yeowatzup, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 License)


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Chinesische Hunde- und Katzenrassen

In China wurden im Verlaufe der Geschichte diverse Hunderassen gezüchtet, von denen hier nur die drei bekanntesten Züchtungen kurz vorgestellt werden sollen. Die Zahl chinesischer Katzenrassen fällt deutlich geringer aus, besondere Erwähnung verdient aber sicherlich die Li Hua Katze (Dragon Li, Li Hua Mao, 狸花猫), die vermutlich aus der wilden chinesischen Bergkatze heraus entstanden ist.

Chow-Chow (Songshiquan, 松狮犬). Der Chow-Chow ist eine Spitzart und gehört zu den weltweit ältesten Hundezüchtungen. Die Chow-Chows dienten vornehmlich als Jagd- oder Wachhunde und werden bis heute eher als Arbeitshunde, denn als reine Haustiere verwendet. (Bildquelle: Wikimedia Commons, Autor: Jurriaan Schulman, Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation)


Pekinese (Shizigou, 狮子狗). Anders als es beim Chow-Chow öfters mal der Fall gewesen war, wurde das Fleisch der Pekinesen nie gegessen, vielmehr dienten sie nahezu ausschließlich als Haustiere im kaiserlichen Palast. So soll etwa Kaiserinwitwe Cixi diese Hunderasse besonders geschätzt haben. (Bildquelle: Wikimedia Commons, Autor: Hugo.arg, Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation)


Shar-Pei (Shapigou, 沙皮狗). Diese zwischenzeitlich beinahe ausgestorbene Hunderasse blickt ähnlich wie der Chow-Chow auf eine lange Geschichte zurück und wurde wie dieser ebenfalls vorzugsweise als Jagd- und Wachhund eingesetzt. (Bildquelle: Wikimedia Commons, Autor: Szakalová Edina, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 License)


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Weiterführende Links

Süddeutsche - Mehr als nur ein Mittagessen. Zeitungsartikel zu Hunden in China. (Deutsch)

CRI - Haustiere werden immer wichtiger. Artikel zur Haustierhaltung in China. (Deutsch)

Wikipedia - Maneki-neko. Wikipedia-Seite zur Maneki-neko. (Deutsch)

Wikipedia - Dog breeds originating in China. Wikipedia-Seite zu chinesischen Hunderassen. (Englisch)

Wikipedia - Cat breeds originating in China. Wikipedia-Seite zu chinesischen Katzenrassen. (Englisch)